Karate Dô

 

Ob eine Spur bleibt oder nicht,

bedachtsam sollte man seinen Weg gehen.

  Japan

 

 


Das Shûdôin Dôjô  versteht sich als eine klassisch-traditionelle

Karate-Dô-Schule und verzichtet auf die Teilnahme an sportlich-vergleichenden Wettkämpfen. Diese gehören einer jüngeren Entwicklung an, die dem Geist des Karate-Dô zuwiderlaufen.


Zu meinem Bedauern wird das Karate oft mit Kampfsport und Wettkampfsport gleichgesetzt.

Die wirkliche Lebensphilosophie verdrängt. Der Zweck des Karate als Selbst-Verteidigung ist lediglich zweitrangig.

Im Karate geht es vielmehr um die Selbstbetrachtung. Der Kampf richtet sich nicht gegen einen Gegner sondern

gegen das eigene Ich.
Die Dimension im Karate, die den Menschen zur Ergründung seiner ursprünglichen Selbst führt, hat im Zen ihre Wurzeln. Nur wer sich selbst betrachtet wie in einem Spiegel der kann Körper und Geist zur Mitte vereinen. Dazu bedient er sich einer Kunst, deren Ziel jedoch über das Erlernen der Formen hinaus in einer inneren Auseinandersetzung besteht, woraus sich die Möglichkeit zum Weg ergibt.

Karate ist eine Chance, sich selbst im Zentrum der Bewegung zu finden.

Do bedeutet wörtlich übersetzt Weg und dies hat einen hohen Stellenwert im Karate. Weg als Freiheit, Offenheit und Liebesfähigkeit ist ein zentrales Anliegen die Macht, die jegliche Gewalt ausgrenzt. Denn Gewalt ist ein Zeichen von Unfreiheit. Es ist eine Tatsache, dass Gewalt gegen andere sich immer auch gegen uns selbst richtet, und das Liebe für andere nicht möglich ist ohne Liebe zu uns selbst.
Diesen Weg zu beschreiten bedeutet sein Werden zu überwachen und sich seiner gegenwärtigen Lebenslage bewusst zu sein. Dies bringt die Konfrontation mit Widerständen mit sich, die sowohl durch das alltägliche Umfeld als auch durch den eigenen Charakter aufkommen.
Es gilt, sich den Widerständen zu stellen anstatt sie zu verdrängen.
Der erste Schritt besteht darin, die Verantwortung für sein eigenes Handeln zu erkennen und zu übernehmen. Wir müssen damit aufhören, die Verantwortung für unsere Zwiespälte bei anderen zu suchen und uns selbst als Bedingung unseres Seins erkennen.

Im Karate geht es also weder darum, stärker und besser zu sein als andere, noch um Unverwundbarkeit und Unbesiegbarkeit, sondern allein um das, was man Perfektion nennt. Perfektion aber ist nicht die letzte und höchste Stufe auf einer Leiter des Fortschritts, sondern das Eintauchen in die Zeitlosigkeit des Augenblicks.

Insbesondere Interessierte im mittleren und auch höheren Lebensalter mögen sich angesprochen fühlen. - Karate-Do ist für jeden Lebensabschnitt ein geeigneter Weg.

 

Karate-Dô ist ein lebenslanger Weg, nimm Dir die Zeit!